Inhaltlich fundierte Auseinandersetzung
mit Themen der Militärgeschichte

Geschichtsträchtige
Entdeckungsreise

Foto: red

Wer aber den Frieden will, der rede vom Krieg.“ Dieses Zitat prangt seit Mai 2016 in orangenen Lettern neben dem Eingang zum Deutschen Panzermuseum in Munster. Bewusst konfrontieren die Museumsmacher ihre BesucherInnen gleich zu Beginn mit diesem Satz, um einen kritischen und wachsamen Blick auf die Ausstellung zu schaffen. Er stammt von Walter Benjamin – der Philosoph gilt als einer der wichtigsten Denker des 20. Jahrhunderts. Benjamin variierte hier einen Ausspruch von Cicero. „Si vis pacem para bellum“ – „Wenn du (den) Frieden willst, bereite (den) Krieg vor.“ Das mag zunächst verwundern, zumal an den Wänden eines Museums, das sich mit den „Elementen des Krieges“ und der Militärgeschichte beschäftigt. Doch lassen die MuseumsmacherInnen an keiner Stelle Zweifel aufkommen, dass es Ihnen eben nicht um die „Kriegsverherrlichung“ geht, sondern im Sinne Benjamins um eine inhaltlich fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema „Organisierte Gewalt“. Dieses Konzept merkt man der Gestaltung der Ausstellung an. Und auch in den vielzähligen Videos zum Thema, die das Haus auf dem eigenen YouTube-Channel veröffentlicht wird immer wieder neuer und spannender Kontext parallel zu dem technischen Wissen über die Panzer vermittelt.

Im Zentrum der Ausstellung stehen auf ca. 10.000m² die gepanzerten Truppen des 20. Jahrhunderts, darunter natürlich auch Panzer und andere militärische Fahrzeuge. Daneben finden sich unter den 6.000 Exponaten auch Handfeuerwaffen, Uniformen, Orden und Ehrenzeichen.

Die Einordnung der Exponate in Kultur, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sowie Politik ist dabei stets ein zentraler Punkt. So setzt die Vermittlungsarbeit stark darauf, dem reinen Technikaspekt der Ausstellungsstücke immer auch die Einordnung in größere Themenfelder zur Seite zu stellen. Im Außenbereich vermittelt zusätzlich der begehbare Panzer vom Typ Leopard 1 authentisch das Gefühl der Enge im Panzer und der Bedeutung der Zusammenarbeit der Besatzung.
Hervorgegangen aus einer nicht-öffentlichen Sammlung der Bundeswehr und Schenkungen der NATO-Partner befand sich das Museum seit seiner Gründung 1983 immer im Spannungsfeld der Außenwahrnehmung und des eigenen Anspruchs konfrontiert. Die konsequente Ausrichtung an den internationalen Museumsstandards und eine engagierte Konzeptions- und Bildungsarbeit zeichnet die jüngsten Entwicklungen in Munster daher aus.

Das Museum bietet einen kostenlosen Multimediaguide der durch die Ausstellung führt. Dieser kann gegen einen Pfand an der Kasse geliehen werden. Außerdem können im Voraus Führungen in Deutsch oder Englisch durch das Museum gebucht werden.

Mehrmals im Jahr können beim „Panzer des Monats“ die Besucherinnen und Besucher einen seltenen Blick IN die Exponate werfen – ein Blick der sonst aus konservatorischen Gründen verwehrt bleiben muss. Unseren ehren amtlichen Hobbykommandanten warten und pflegen nicht nur die Großexponate, sie beantworten an diesen Tagen auch gerne die Fragen zu den geöffneten Fahrzeugen. In 2018 findet die Veranstaltung noch einmal im November statt.

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