Der vielförmige Hintzelmann

 

Vor 300 Jahren erschien ein Buch, das von dem Kobold Hintzelmann handelte, der auf dem Schloss Hudemühlen sein Unwesen trieb. Das Schloss in Hudemühlen gibt es nicht mehr, und der Ort ging 1936 in der Gemeinde Hodenhagen auf. In unserer Nachbarschaft trug sich also zu, was über den „vielförmigen“ – also in unterschiedlichen Gestalten auftretenden – Geist Hintzelmann berichtet wurde. Dr. Wolfgang Brandes wird am Sonntag, 25. November, ab 15 Uhr im Walsroder Heimatmuseum, Hermann-Löns-Straße 8, über den Kobold lesen.

Von 1584 bis 1588 soll sich Hintzelmann, der aus dem böhmischen Gebirge stammte, auf Schloss Hudemühlen aufgehalten haben. Er vollbrachte Gutes und arbeitete im Haushalt mit. Dabei war er für die Menschen unsichtbar. Sprechen tat er mit der Stimme eines Kindes. Aber er konnte auch böse werden, wenn man ihn reizte oder seine Bitten nicht erfüllte. Wer ihn nicht angemessen behandelte, der durfte sich nicht wundern, wenn Hintzelmann ihm Schläge verpasste oder ein Unglück zufügte. Nachdem er vier Jahre auf dem Schloss Hudemühlen geweilt hatte, zog Hintzelmann nach Eystrup weiter.

Das 1704 veröffentlichte Buch vom vielförmigen Hintzelmann diente den Brüdern Grimm für ihre Nacherzählung, die sie in ihren „Deutschen Sagen“ veröffentlichten. Wolfgang Brandes wird aus dieser Fassung lesen und in die geheimnisvolle Welt der Kobolde und Schlossgeister entführen.

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