Nachdenkliche und komische Stücke stehen auf dem Spielplan

Foto: Luise Illgen

Einen vollen Spielplan hat das Theater Metronom im November. Das Programm beginnt am Freitag, 2. November, um 20.30 Uhr mit Gilla Cremer, die in dem Stück „Vater hat Lager“ die Erlebnisse eines KZ-Häftlings aus der Sicht seiner Tochter erzählt.

Carl Friedmann erzählt von seiner Familie mit drei heranwachsenden Kindern, für die der zweite Weltkrieg immer noch andauert, denn „Vater hat Lager“. Diese sprachliche Wendung hilft den Kindern, das unbegreifliche zu verstehen und Außenstehenden zu erklären, was der Vater von seiner Haft „mit nach Hause gebracht hat.“

Die „Junge Bühne“ des Theaters Metronom führt am Sonntag, 18. November, ab 19.30 Uhr das Stück „Der Boxer“ auf. Dabei geht es um den Boxer Johann „Rukeli“ Trollmann, der dank tänzelnd modernem Kampfstil 1933 deutscher Meister im Mittelschwergewicht wurde. Ganze acht Tage durfte er den Titel tragen, dann wurde er ihm von den Nazis aberkannt: „Kein Zigeuner wird bei uns deutscher Meister.“ Was folgte war ein Akt des Widerstandes: Seinen nächsten Kampf absolvierte Rukeli Trollmann mit weißgeschminkter Haut und wasserstoffblond gefärbten Haaren und ließ sich als Parodie des arischen Herrenmenschen von seinem Gegner K.o. schlagen, ohne ihm auszuweichen. Später wurde er, wie so viele Sinti, im KZ umgebracht.

Komisches Theater ohne Worte, aber mit Musik gibt es am Sonntag, 25. November, ab 19.30 Uhr. In „Gaia Gaudi“ ist Gardi Hutter alias Hanna gleich von Anfang an tot. Das Publikum versteht das sofort, nur Hanna nicht. Von so etwas Unwichtigem lässt sie sich nicht aufhalten. Man sagt, die Seele des Verstorbenen bleibe noch eine Weile im Raum. Hannas Seele flattert so ungetrübt, dass der Körper sie genervt packt und hinüber bugsiert: Er hört das Rumoren der nächsten Generation. Der Tod ist, wie jeder Schlusspunkt, auch immer ein Anfang, und in diesem Sinne ein Übergang: für Gläubige in eine andere Welt, für Wissenschaftler in einen anderen Zustand, und für Theaterleute in eine andere Phantasie. In dem Stück geht es um Wurzeln und um Flügel. Um Beständigkeit und Erneuerung, und um den großen Strom von Generationen, die das Leben immer weitergeben – und sich ab und zu auch auf die Köpfe hauen. Und da eine Clownerin, eine Sängerin, eine Tänzerin und ein Perkussionist die Geschichte erzählen, wird der Abend voller Überraschungen sein.

Karten gibt es jeweils unter Telefon (04262) 1399.

 

Back to Top