Lesung und Ausstellung im Heimathaus Dorfmark

 

Die Tagebücher des Klaus Seckel

Die Tagebücher des Klaus Seckel stellt Wolfgang Brandes im Rahmen einer Lesung vor. Foto: Stadtarchiv Bad Fallingbostel

Mit zwei Veranstaltungen erinnert der Heimatverein für das Kirchspiel Dorfmark Ende April an das Schicksal des am 27. November 1928 geborenen Klaus Seckel. Er war der Sohn von Ernst und Erna Seckel, denen der Hof Charlottenthal gehörte.

Klaus Seckel wurde evangelisch-lutherisch getauft, doch in der Zeit des Nationalsozialismus galt er, obwohl sein Vater zum Christentum konvertiert war und eine Christin geheiratet hatte, als Volljude. Anders als auf dem Hof Charlottenthal, auf dem der auch unter Dorfmarker Kindern bekannte Klaus seine frühe Kindheit verlebte, bekam die Familie Seckel, nachdem sie für die Anlegung des Truppenübungsplatzes Bergen ihr Anwesen hatte verkaufen und nach Berlin ziehen müssen, in der Reichshauptstadt alle Schikanen des NS-Regimes zu spüren.

Um ihren Sohn zu schützen, schickten die Eltern Klaus auf ein Internat in den Niederlanden. Anfang 1937 kam er nach Ommen und besuchte die Quäker-Schule in Eerde. Seitdem hat er ein Tagebuch geführt. Vom Zweiten Weltkrieg bemerkte Klaus am Anfang nicht viel; erst nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen im Frühsommer 1940 wurde das anders. Nach Umquartierungen und weiteren Schikanen wurde er am 20. Mai 1943 in das Durchgangslager Westerbork überführt und anderthalb Jahre später zunächst in das Konzetrationslager Theresienstadt und dann nach Auschwitz transportiert, wo er am 28. Februar 1945 starb.

Klaus Seckels Tagebücher aus seiner Zeit in Eerde wurden nach seiner Deportation von einem Lehrer in seinem Spind entdeckt und 1960 veröffentlicht. Die Tagebücher zeigen ein hinreißendes Kind, einen klugen, interessierten und großherzigen Jugendlichen, dessen Umwelt zunehmend bedrohlich für ihn wird. Gerade in schlimmen Situationen kommt die Erinnerung an die unbeschwerte Zeit in Charlottenthal auf. Die Tagebücher sind ein Dokument, das durchaus in die Nähe der Tagebücher Anne Franks gestellt werden kann.

Wolfgang Brandes wird am Freitag, 27. April, ab 19.30 Uhr im Heimathaus Dorfmark eingebettet in kurze biographische Skizzen eine Auswahl aus den Tagebüchern lesen. An diesem Abend sowie von 14 bis 18 Uhr am  Sonnabend und Sonntag, 28. und 29. April, wird im Heimathaus auch eine von Dr. Stephan Heinemann gestaltete Ausstellung zum Leben von Klaus Seckel gezeigt.

Back to Top