Pilgern auf dem Jakobsweg durch die Lüneburger Heide

Foto: Annalena Horl
Anzeige

Eine gelbe Muschel weist den Weg

Reisen, Wandern, die Welt sehen … das sind alles Tätigkeiten, die in letzter Zeit wirklich zu kurz kamen. Aber es wird sicherlich bald wieder möglich sein und selbst wenn es erst einmal nur in der unmittelbaren Umgebung sein wird. Eine ganz besondere Art der Wanderung ist das Pilgern. Dabei geht es eigentlich darum, sich unterwegs auf seinen Glauben zu besinnen. So war es zumindest lange.
Heutzutage pilgern aber immer mehr Menschen, junge und alte, die einfach mal Abstand von ihrem Alltag und Nähe zu sich selbst finden wollen. Eine tolle Sache, denn nichts bringt einen so zur inneren Ruhe wie Bewegung in der Natur, neue Eindrücke und das alles fernab von Stress, Terminen und Zeitdruck. Früher gingen viele Pilgerer den sogenannten „Jakobsweg“, auch „Camino de Santiago“ genannt. Dieser Weg ist eigentlich eher ein Wegenetz, das sich quer durch Europa zieht und dessen Ziel das Grab des Apostel Jakobus im Ort Santiago de Compostela in Spanien ist.
Seit dem frühen Mittelalter wanderten Menschen quer durch die Lande, um diesen magischen Ort aufzusuchen. Doch nicht jeder will, möchte oder kann die gesamte Strecke zurücklegen. Natürlich gehört es beim Pilgern dazu, an seine Grenzen zu kommen und unterwegs verschiedenste Unterkünfte kennenzulernen. Doch ebenso faszinierend ist es, wenn man einmal ein „kleines Stück“ des Pfades ausprobiert. Und genau dies ist bei uns in der Lüneburger Heide tatsächlich möglich.
Ganz schön beeindruckend, wenn man sich überlegt, seit wie vielen Jahrhunderten Menschen auf bestimmten Wegen unterwegs waren, um den Blick nach innen zu richten und Kraft zu tanken. Nun ist es etwas kompliziert, einfach loszuwandern und irgendwann in Spanien anzukommen. Aber auch der „Jacobusweg der Lüneburger Heide“ führt euch an sehenswerte Orte der Stille – je nach Strecke weiter oder näher. Ob ihr einen Tagesausflug (mit guten Schuhen und Proviant!) oder eine mehrtägige Tour plant, das ist euch überlassen. Mögliche Ziele wären aber beispielsweise das Kloster Walsrode, das Kloster Mariensee, jenes in Lüneburg oder Wienhausen.
Aber auch Dorfkirchen gehören mit zur Wanderroute. Wer einen kleinen Ausflug plant, könnte vom Walsroder Kloster aus bis zur kleinen hübschen Meinerdinger Kirche gehen. Zusammen belaufen sich die Jacobusweg-Strecken der Lüneburger Heide auf insgesamt knapp 400 Kilometer. Ein beliebter Ausgangspunkt ist übrigens die Pilgerkirche St. Jacobi in Hamburg. Von dort aus kann südwärts durch die Heide gepilgert werden. Dabei ist der Jakobsweg durchgehend gekennzeichnet. An Gebäuden, Schildern und gut sichtbaren Stellen findet ihr immer wieder eine gelbe Muschel auf blauem Grund, die euch die weitere Richtung anzeigt. Je nach Witterung sollte man gut ausgerüstet sein, ein Abenteuer ist es aber allemal. Und wer weiß, vielleicht wird der eine oder andere ja eines Tags doch noch quer durch Europa pilgern.

Menü